Von Festivalabfällen zu globaler Wirkung: Sam Ninaber van Eijbens Mission, die Luftmatratze neu zu gestalten
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Letzte Woche war der Unternehmer Sam Ninaber van Eijben, Gründer von OOMPH Industries, zusammen mit Herman de Bruin und Christine Bel im Studio von Omroep Delft zu Gast, um über ein Problem zu sprechen, über das die meisten von uns noch nie groß nachgedacht haben – die unscheinbare Einweg-Luftmatratze.
„Wir alle haben es schon auf Festivals gesehen“, erzählte Sam. „Zehntausende Menschen kommen an, schnappen sich eine billige PVC-Luftmatratze – vielleicht für 10 oder 30 Euro –, nutzen sie über das Wochenende und lassen sie dann zurück. Und diese Matratzen? Sie lassen sich nicht recyceln. Sie werden schließlich verbrannt, wobei giftige Dioxine freigesetzt werden. Es handelt sich um einen riesigen, unsichtbaren Abfallstrom, den bisher niemand in Angriff genommen hat.“
Sein Weg begann, als er vor Ort nach Festivalausrüstung recherchierte. Ihm fiel auf, dass alle – unabhängig von der Größe oder Art ihres Zeltes – dieselbe Art von blauen Einweg-Matratzen verwendeten – Produkte, die ursprünglich für den gelegentlichen Gebrauch in Innenräumen konzipiert waren, nicht für den unebenen Boden eines Festivals. Und ob billig oder teuer: Sie alle versagten schnell.
Anstatt jedoch die robusteste Matratze zu entwickeln, kehrte Sams Team die Fragestellung um:
Was wäre, wenn sie eine Matratze speziell für den kurzfristigen Gebrauch entwickeln würden, die die Umwelt so wenig wie möglich belastet?
Ihre Antwort war radikal. Sie entwickelten eine leichte Matratze aus einem einzigen Material – Polyethylen –, die robust genug für fünf Nächte ist, aber aus nur einer recycelbaren Schicht besteht. Sie hat keine Ventile – sie wird nach dem Aufblasen verschweißt – und enthält 36 separate Luftkammern. Selbst wenn eine Kammer einreißt, liegt der Schläfer weiterhin nicht direkt auf dem Boden.
Zur Bewältigung der logistischen Anforderungen wurde eine kompakte Maschine (Schuhkartongröße) entwickelt, die alle 18 Sekunden eine Matratze aufbläst und verschweißt – synchronisiert mit einer üblichen Kartenzahlung. So können Festivals vor Ort gebrauchsfertige Matratzen ausgeben, wodurch Besucher keine eigenen Matratzen mehr mitschleppen oder Pumpen mitbringen müssen.
Am Ende des Festivals geben die Kunden die Matratze zurück; die Erfassung erfolgt über einen mit einem Pfandsystem verknüpften QR-Code. Das Material geht anschließend in ein chemisches Recycling, bei dem der Kunststoff in seine molekularen Bausteine zerlegt wird, um daraus neues Material zu erzeugen und so den Kreislauf zu schließen.
Was in der Festivalwelt begann, hat sich inzwischen dramatisch ausgeweitet.
„Wir haben mit nur fünf Festivals angefangen“, erklärte Sam, „dann waren es zwanzig, und mittlerweile sind es über vierzig in ganz Europa. Doch schon bald wandten sich Vertriebspartner mit Anfragen für humanitäre und Nothilfe-Einsätze an uns – und das hat uns völlig neue Möglichkeiten eröffnet.“
„Jeder verdient einen würdigen Schlafplatz – auch in Krisenzeiten. Gerade in Krisenzeiten.“
Die Matratzen von Soku kommen mittlerweile in Flüchtlingsunterkünften wie Ter Apel, in Katastrophengebieten und an Flughäfen zum Einsatz, die nach Flugausfällen gestrandete Reisende unterbringen müssen. Da 2.000 Matratzen auf eine einzige Europalette passen, ermöglicht das System von Soku eine schnelle Bereitstellung per PKW, LKW oder sogar Hubschrauber – ein logistischer Durchbruch im Vergleich zu sperrigen Feldbetten oder Schaumstoffmatten.
„Unsere Mission ist einfach“, erklärte Sam gegenüber Herman und Christine, „jeder verdient einen würdigen Schlafplatz – selbst in Krisenzeiten. Gerade in Krisenzeiten. Wir beweisen, dass kleine Ideen, wenn sie mit zirkulärem Design und intelligenter Logistik kombiniert werden, zu großen globalen Lösungen führen können.“
Das Unternehmen ist unter zwei Marken tätig:
- Zzz Land® , für Festivals und Freizeit
- Soku für humanitäre Hilfe, Verteidigung und Katastrophenhilfe
Auf die Frage nach den nächsten Schritten lächelte Sam: „Jede Woche ruft jemand mit einer neuen Umsetzungsidee oder einem neuen Bedarf an. Wir wachsen schnell, und im Kern geht es um Wirkung: Abfall reduzieren, den Planeten schützen und den Menschen das Grundrecht auf erholsame Nachtruhe auch unter schwierigsten Umständen ermöglichen.“
Weitere Informationen finden Sie unter www.zzz.land oder www.soku.global.